Jakob & Veronika Sidler-Wild, Neuhof 1, 5643 Sins Biodiversität (Ökologischer Ausgleich) Neben der Produktivität des Landwirtschaftsbetriebes, die sicher sehr wichtig ist, nehmen wir unser Engagement für die Natur nicht weniger ernst. Seit Frühling 2000 haben wir einen gesamtbetrieblichen Vertrag mit der Organisation Agrofutura in Brugg, in dem wir uns verpflichtet haben 12% unserer Produktionsflächen extensiv zu bewirtschaften. Der Kanton und seit 2001 auch der Bund unterstützen qualitativ hochstehende Ökoflächen. Natürlich ist nicht zu leugnen, dass der finanzielle Anreiz ein gutes Instrument ist, um dem Landwirt das Umsteigen von maximalem Ertrag zur ökologischen teilweise unproduktiven Anbauformen zu erleichtern. Nur rechnen lässt sich dieses Engagement nicht. Wir finden es sehr wichtig, dass unsere schöne Pflanzen- und Tierwelt nicht zerstört wird. Wir versuchen einen gesunden Weg zwischen Ökologie und produktiver ökonomischer Landwirtschaft zu finden, die uns täglich mit den nötigen Nahrungsmitteln versorgt. Aus diesem Grund haben wir uns zu diesem Vertrag mit der Agrofutura entschlossen. Bei einem Betrieb, der so nahe an natürlichen Voraussetzungen wie Fluss und Bachlandschaften liegt, steht der Stellenwert der ökologischen Massnahmen noch mehr im Vordergrund. Auch dem Gewässerschutz muss auf unserem Betrieb einen hohen Stellenwert gewährt werden. Da wir uns keine Zwischenfälle mit Chemikalien oder Jauche erlauben dürfen. Die Gefahr der Oberflächengewässerverschmutzung kann mit dem Anlegen von Übergangsflächen und Ökoflächen entlang der Reuss und dem Dorfbach begegnet werden. Unser Betrieb hat ebenfalls noch einige ha Land in der Gewässerschutzzone. In diesen Gebieten ist das Anlegen von extensiven Blumen- und Fromentalwiesen eine gute vorbeugende Massnahme zum Schutze des Grundwassers. Was sind qualitativ hochstehende Ökoflächen, und was sind die Bedingungen für einen gesamtbetrieblichen Vertrag? Die Ökoflächen werden nach Bodenneignung und topografischen Eigenschaften ausgewählt. Der Betrieb muss min. 12 % Ökofläche ausweisen. Die Bewirtschaftung und der Pflanzenreichtum sind wichtige Kriterien zur Erfüllung der Auflagen. Dazu werden intensiv genutzte Wiesen und Ackerland umgepflügt und Neuansaaten mit speziellen Mischungen, die den ökologischen Anforderungen genügen, angelegt. Die neuen Ökoflächen werden nach Typen eingeteilt und entsprechend genutzt. Eine Vielzahl von verschiedenen Typen garantieren, dass ein breites Spektrum der Pflanzen- und Tierwelt einen geeigneten Platz zum überleben erhalten. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist weitgehendst untersagt, und auf allen Flächen besteht ein Düngeverbot. Bei allen nutzbaren Ökotypen sind der Nutzungszeitpunkt und die Nutzungsanzahl klar bestimmt. Auch Kleinstrukturen wie Steinhaufen, kleine Gebüschgruppen oder kleine Tümpel werden verlangt und angelegt.